Reiner Baumann Weinbau – Schriesheimer Lokalmathador

Reiner Baumanns Augen leuchten leidenschaftlich, wenn er von seinen Produkten spricht. Höchste Qualität ist sein Anspruch, den er mit unbedingtem Willen und eiserner Disziplin verfolgt. Hobbywinzer wurde der erfolgreiche Geschäftsmann nur nebenher, ebenso mit vollem Einsatz, wie in seinem Hauptgewerbe. Als er mich vor einigen Jahren fragte, was ich von Schriesheimer Weinlagen halte, musste ich ihm bedauernd versichern, dass ich bis dahin noch keinen erhebenden Wein aus diesem Winzerdorf an der badischen Bergstraße gekostet hatte. Reiner Baumann hielt an seiner Vision fest. Schriesheim wurde im Jahre 764 erstmals urkundlich erwähnt. Es verfügt durchaus über so etwas wie eine Weinbautradition. Allerdings nicht untermauert von überregional bekannten Gewächsen. Früher schenkte die Genossenschaft ihre Schoppenweine am »Schriesheimer Fass« neben der Talstraße aus, wenn die Wochenendtouristen den Odenwald besuchten. Reiner Baumann betreibt bei Viernheim, unweit von Schriesheim, einen der größten Lammschlachtbetriebe in Deutschland. Groß und bedeutend wurde dieser vor allem durch eines: Qualität. Hier werden Lämmer gezüchtet und auch aus Zukauf geschlachtet. Durch seine große Erfahrung erkennt Reiner Baumann durch bloße Ansicht, Haltung und Gang der Tiere die Güte des zu erwartenden Fleisches. Zugekaufte Tiere werden nicht direkt vom Transporter herunter geschlachtet. Hier dürfen sie fressen, sich über Nacht ausruhen und entspannen, ehe das eigentliche Ziel der Reise dennoch eintritt. Baumann handelt mit besonders guten Fleischqualitäten, neben bestem Lamm bietet er beispielsweise auch saftiges Kalb aus Holland, hochwertiges US-Beef oder feinstes Rinderfilet aus Namibia. Reiner Baumann arbeitet hart und viel. In seiner spärlichen Freizeit ist er leidenschaftlicher Jäger. In nahezu allen Erdteilen jagte er bereits. Daher ziert das Etikett seiner Weine der Schädel eines Marco-Polo-Wildschafes, das er in Tadschikistan erlegt hatte.

 

Das Weingut Baumann: Eine weitere Passion Baumanns ist der Wein. Seine Bekanntschaft zum empathischen Weinmacher Stephan Attmann vom Weingut Von Winning, verleitete ihn dazu, 2010 eine kleine Rebanlage im Schriesheimer Madonnenberg anzulegen, nachdem Attmann dem Terroir eine günstige Lage attestierte. Die ersten, zarten Setzlinge wurden von Hasen und Rehen gefressen. Die abermals neu angelegten Reben trugen dann erste Trauben, die wiederum den Wildschweinen zum Opfer fielen. Nun musste Baumann sich lange gegen den Willen der Gemeinde behaupten bis die Errichtung eines Wildzaunes genehmigt wurde. Heute ist sein Weinberg geschützt und wird liebevoll von einem ortsansässigen Winzer gepflegt. Die horizontal zum Madonnenberg angelegten Rebzeilen, nördlich des Schriesheimer Branich, erkennt man mit bloßem Auge von der Autobahn A5. Sie sitzen oben am Waldrand, parallel zum Kamm des Madonnenbergs. Die ganze Familie hilft zur Ernte und bringt die sorgsam verlesenen Trauben in kleinen Behältern nach Deidesheim. Im Weingut Von Winning übernimmt Stephan Attmann die weitere Verarbeitung für die Baumänner. Vom ersten, vermarkteten Jahrgang 2012 ist nach Riesling und Sauvignon Blanc im vergangenen Jahr, nun auch der Spätburgunder auf die Flasche gelangt. Getreu der Winning’schen Philosophie, wurden beide Weißweine in Holzfässern vergoren und durften lange auf der Hefe reifen. Die neuen Madonnenberg-Reussiten von 2013 haben gegenüber dem Vorgänger nochmal an Qualität zulegen können – vor allem der Riesling! Hier selektierte Baumann bei der Ernte rigoros alle nicht perfekten Trauben aus. So landete etwa die Hälfte auf dem Boden! Dabei waren die anvisierten Erträge durch Traubenteilung bei der Grünlese ohnehin gering. Die verfügbaren Mengen sind dieses Jahr noch geringer, lediglich 600 Flaschen gibt es vom Sauvignon blanc (2012 waren es 900) und jeweils 900 Flaschen von Spätburgunder und Riesling (2012 waren es 1500). Wieder kommt exemplarisch die fruchtbetonte Transparenz des badischen Ursprungs zum Vorschein, ganz klar erscheinen die Primäraromen mit ursprünglicher Lockerheit. Der Sauvignon ist kräftig, mit dichter Struktur und angenehmem Holzeinsatz. Der Riesling wirkt sehr rassig und brillant, mit ganz knackiger, präziser Frucht. Der noch sehr junge Spätburgunder ist von ausgezeichneter Struktur, sehr elegant und mit feinstem Holz verarbeitet.



Reiner Baumanns Augen leuchten leidenschaftlich, wenn er von seinen Produkten spricht. Höchste Qualität ist sein Anspruch, den er mit unbedingtem Willen und eiserner Disziplin verfolgt.... mehr erfahren »
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Reiner Baumann Weinbau – Schriesheimer Lokalmathador

Reiner Baumanns Augen leuchten leidenschaftlich, wenn er von seinen Produkten spricht. Höchste Qualität ist sein Anspruch, den er mit unbedingtem Willen und eiserner Disziplin verfolgt. Hobbywinzer wurde der erfolgreiche Geschäftsmann nur nebenher, ebenso mit vollem Einsatz, wie in seinem Hauptgewerbe. Als er mich vor einigen Jahren fragte, was ich von Schriesheimer Weinlagen halte, musste ich ihm bedauernd versichern, dass ich bis dahin noch keinen erhebenden Wein aus diesem Winzerdorf an der badischen Bergstraße gekostet hatte. Reiner Baumann hielt an seiner Vision fest. Schriesheim wurde im Jahre 764 erstmals urkundlich erwähnt. Es verfügt durchaus über so etwas wie eine Weinbautradition. Allerdings nicht untermauert von überregional bekannten Gewächsen. Früher schenkte die Genossenschaft ihre Schoppenweine am »Schriesheimer Fass« neben der Talstraße aus, wenn die Wochenendtouristen den Odenwald besuchten. Reiner Baumann betreibt bei Viernheim, unweit von Schriesheim, einen der größten Lammschlachtbetriebe in Deutschland. Groß und bedeutend wurde dieser vor allem durch eines: Qualität. Hier werden Lämmer gezüchtet und auch aus Zukauf geschlachtet. Durch seine große Erfahrung erkennt Reiner Baumann durch bloße Ansicht, Haltung und Gang der Tiere die Güte des zu erwartenden Fleisches. Zugekaufte Tiere werden nicht direkt vom Transporter herunter geschlachtet. Hier dürfen sie fressen, sich über Nacht ausruhen und entspannen, ehe das eigentliche Ziel der Reise dennoch eintritt. Baumann handelt mit besonders guten Fleischqualitäten, neben bestem Lamm bietet er beispielsweise auch saftiges Kalb aus Holland, hochwertiges US-Beef oder feinstes Rinderfilet aus Namibia. Reiner Baumann arbeitet hart und viel. In seiner spärlichen Freizeit ist er leidenschaftlicher Jäger. In nahezu allen Erdteilen jagte er bereits. Daher ziert das Etikett seiner Weine der Schädel eines Marco-Polo-Wildschafes, das er in Tadschikistan erlegt hatte.

 

Das Weingut Baumann: Eine weitere Passion Baumanns ist der Wein. Seine Bekanntschaft zum empathischen Weinmacher Stephan Attmann vom Weingut Von Winning, verleitete ihn dazu, 2010 eine kleine Rebanlage im Schriesheimer Madonnenberg anzulegen, nachdem Attmann dem Terroir eine günstige Lage attestierte. Die ersten, zarten Setzlinge wurden von Hasen und Rehen gefressen. Die abermals neu angelegten Reben trugen dann erste Trauben, die wiederum den Wildschweinen zum Opfer fielen. Nun musste Baumann sich lange gegen den Willen der Gemeinde behaupten bis die Errichtung eines Wildzaunes genehmigt wurde. Heute ist sein Weinberg geschützt und wird liebevoll von einem ortsansässigen Winzer gepflegt. Die horizontal zum Madonnenberg angelegten Rebzeilen, nördlich des Schriesheimer Branich, erkennt man mit bloßem Auge von der Autobahn A5. Sie sitzen oben am Waldrand, parallel zum Kamm des Madonnenbergs. Die ganze Familie hilft zur Ernte und bringt die sorgsam verlesenen Trauben in kleinen Behältern nach Deidesheim. Im Weingut Von Winning übernimmt Stephan Attmann die weitere Verarbeitung für die Baumänner. Vom ersten, vermarkteten Jahrgang 2012 ist nach Riesling und Sauvignon Blanc im vergangenen Jahr, nun auch der Spätburgunder auf die Flasche gelangt. Getreu der Winning’schen Philosophie, wurden beide Weißweine in Holzfässern vergoren und durften lange auf der Hefe reifen. Die neuen Madonnenberg-Reussiten von 2013 haben gegenüber dem Vorgänger nochmal an Qualität zulegen können – vor allem der Riesling! Hier selektierte Baumann bei der Ernte rigoros alle nicht perfekten Trauben aus. So landete etwa die Hälfte auf dem Boden! Dabei waren die anvisierten Erträge durch Traubenteilung bei der Grünlese ohnehin gering. Die verfügbaren Mengen sind dieses Jahr noch geringer, lediglich 600 Flaschen gibt es vom Sauvignon blanc (2012 waren es 900) und jeweils 900 Flaschen von Spätburgunder und Riesling (2012 waren es 1500). Wieder kommt exemplarisch die fruchtbetonte Transparenz des badischen Ursprungs zum Vorschein, ganz klar erscheinen die Primäraromen mit ursprünglicher Lockerheit. Der Sauvignon ist kräftig, mit dichter Struktur und angenehmem Holzeinsatz. Der Riesling wirkt sehr rassig und brillant, mit ganz knackiger, präziser Frucht. Der noch sehr junge Spätburgunder ist von ausgezeichneter Struktur, sehr elegant und mit feinstem Holz verarbeitet.

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