Süßwein Frankreich

Bei der Weinbereitung wandeln Hefen den im Traubensaft enthaltenen Zucker während der Gärung in Alkohol um. Dabei können die Hefen nicht unbegrenzte Mengen Zucker verarbeiten. Ab einem Alkoholgehalt von maximal 15% - 17% stellen sie die Gärung ein. Die Weinrebe ist wiederum in der Lage sehr viel Zucker in den Trauben einzulagern. Entsprechend spät geerntete Trauben können daher mehr Zucker beinhalten als die Hefen zu vergären in der Lage sind. Durch den im vergorenen Wein verbleibenden Restzucker sind derartige Weine süß und werden daher als Süßwein oder gemäß ihrer traditionellen Verwendung als Dessertwein bezeichnet. Bei der Süßweinerzeugung gibt es vielfältige Unterschiede zwischen Reifegrad und Zustand der geernteten Trauben, Herkunft, Rebsorten, Gärung, Alkoholgehalt und Ausbau. Generell gilt je später die Lese umso höher der Zuckergehalt der Trauben und umso süßer der Süßwein. Um einen guten Süßwein zu erzeugen benötigt man passende, klimatische Bedingungen. Auch sind nicht alle Rebsorten geeignet, um Süßweine zu produzieren. Ideal ist es, wenn der Restsüße auch eine entsprechende Säure gegenüber steht, um das Geschmacksbild zu balancieren. Reine Süße ohne Säure als Gegengewicht wirkt eindimensional, breit und langweilig. Vielfach hat ein Befall der Trauben mit dem Schimmelpilz Botrytis Cinerea im Endstadium des Reifeprozesses einen gewollten positiven geschmacklichen Effekt. Dieser Befall wird auch als Edelfäule bezeichnet. Hierbei perforiert der Pilz von außen die Traubenschale und es kann Saft aus den Trauben verdunsten. Somit steigt die Konzentration des gewonnenen Mostes und der Edelschimmel gibt eine weitere Geschmackskomponente an den entstehenden Wein ab. Die Gärung von Süßweinen kann durch die hohe Mostdichte oft sehr lange dauern und sich über Monate hinziehen. In vielen Regionen gibt es im Süßwein-Bereich Spezialitäten. Sie sind im Allgemeinen sehr lagerfähig und sind in geöffnetem Zustand deutlich oxidationsstabiler als trockene Weine.

SÜSSWEIN IN FRANKREICH | In Frankreich können Süßweine nahezu überall produziert werden. Hier gilt nicht das Mostgewicht der Trauben als Grundlage für die Qualitätseinstufung, sondern, wie auch bei trockenen Weinen die Appellation und ggf. eine gültige Klassifikation innerhalb dieser. Hilfreiche Bezeichnungen, um einen Süßwein von einem trockenen Wein zu unterscheiden sind die Zusätze 'vendanges tardives'  oder 'sélection des grains nobles'. In diesem Fall handelt es sich um einen Süßwein. Klassische Anbaugebiete für Süßweine in Frankreich sind das Elsass, hauptsächlich mit den Sorten Riesling und Gewürztraminer, die Loire, hauptsächlich mit Chenin blanc, Sauternes und Barsac im Bordelais, hauptsächlich mit Sauvignon, Sémillon und Muscadelle und das Roussillon, hauptsächlich mit Grenache. Im Südwesten gibt es sehr spannende Appellationen für Süßweine wie Jurancon. Im Jura gibt es den Vin de Paille, der wiederum aus Trauben erzeugt wird, die nach der Lese getrocknet werden.



Bei der Weinbereitung wandeln Hefen den im Traubensaft enthaltenen Zucker während der Gärung in Alkohol um. Dabei können die Hefen nicht unbegrenzte Mengen Zucker verarbeiten. Ab einem... mehr erfahren »
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Süßwein Frankreich

Bei der Weinbereitung wandeln Hefen den im Traubensaft enthaltenen Zucker während der Gärung in Alkohol um. Dabei können die Hefen nicht unbegrenzte Mengen Zucker verarbeiten. Ab einem Alkoholgehalt von maximal 15% - 17% stellen sie die Gärung ein. Die Weinrebe ist wiederum in der Lage sehr viel Zucker in den Trauben einzulagern. Entsprechend spät geerntete Trauben können daher mehr Zucker beinhalten als die Hefen zu vergären in der Lage sind. Durch den im vergorenen Wein verbleibenden Restzucker sind derartige Weine süß und werden daher als Süßwein oder gemäß ihrer traditionellen Verwendung als Dessertwein bezeichnet. Bei der Süßweinerzeugung gibt es vielfältige Unterschiede zwischen Reifegrad und Zustand der geernteten Trauben, Herkunft, Rebsorten, Gärung, Alkoholgehalt und Ausbau. Generell gilt je später die Lese umso höher der Zuckergehalt der Trauben und umso süßer der Süßwein. Um einen guten Süßwein zu erzeugen benötigt man passende, klimatische Bedingungen. Auch sind nicht alle Rebsorten geeignet, um Süßweine zu produzieren. Ideal ist es, wenn der Restsüße auch eine entsprechende Säure gegenüber steht, um das Geschmacksbild zu balancieren. Reine Süße ohne Säure als Gegengewicht wirkt eindimensional, breit und langweilig. Vielfach hat ein Befall der Trauben mit dem Schimmelpilz Botrytis Cinerea im Endstadium des Reifeprozesses einen gewollten positiven geschmacklichen Effekt. Dieser Befall wird auch als Edelfäule bezeichnet. Hierbei perforiert der Pilz von außen die Traubenschale und es kann Saft aus den Trauben verdunsten. Somit steigt die Konzentration des gewonnenen Mostes und der Edelschimmel gibt eine weitere Geschmackskomponente an den entstehenden Wein ab. Die Gärung von Süßweinen kann durch die hohe Mostdichte oft sehr lange dauern und sich über Monate hinziehen. In vielen Regionen gibt es im Süßwein-Bereich Spezialitäten. Sie sind im Allgemeinen sehr lagerfähig und sind in geöffnetem Zustand deutlich oxidationsstabiler als trockene Weine.

SÜSSWEIN IN FRANKREICH | In Frankreich können Süßweine nahezu überall produziert werden. Hier gilt nicht das Mostgewicht der Trauben als Grundlage für die Qualitätseinstufung, sondern, wie auch bei trockenen Weinen die Appellation und ggf. eine gültige Klassifikation innerhalb dieser. Hilfreiche Bezeichnungen, um einen Süßwein von einem trockenen Wein zu unterscheiden sind die Zusätze 'vendanges tardives'  oder 'sélection des grains nobles'. In diesem Fall handelt es sich um einen Süßwein. Klassische Anbaugebiete für Süßweine in Frankreich sind das Elsass, hauptsächlich mit den Sorten Riesling und Gewürztraminer, die Loire, hauptsächlich mit Chenin blanc, Sauternes und Barsac im Bordelais, hauptsächlich mit Sauvignon, Sémillon und Muscadelle und das Roussillon, hauptsächlich mit Grenache. Im Südwesten gibt es sehr spannende Appellationen für Süßweine wie Jurancon. Im Jura gibt es den Vin de Paille, der wiederum aus Trauben erzeugt wird, die nach der Lese getrocknet werden.

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